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Sep
09
2017

Almased erneut wegen verbotener Werbung verurteilt

Wie schnell wirkt Almased wirklich — und ist das wissenschaftlich belegt?

Die berühmte TV-Werbung. die limmer kurz vor der Tagesschau läuft, kennt doch bestimmt jeder: Ein faltiger Mops läuft über den Strand, in Zeitlupe, eine nette Frauenstimme im Hintergrund sagt: “Für alle, die schon morgen eine Bikinifigur brauchen.” als ein gutaussehendes junges Model im gelben Bikini — die Erkennungsfarbe von Almased — ins Bild läuft. Almased. Ein Wundermittel. Oder?
Mehrfache Verfahren vor Gericht

Erneut erging nun ein gerichtliches Urteil gegen Almased wegen Verstoßes gegen das Werberecht. Bereits 2016 scheiterte das Unternehmen in letzter Instanz vor dem Bundesgerichtshof (BGH) wegen irreführender Werbung.

Für das als “Almased Vitalkost” bezeichnete Produkt wurde unter anderem damit geworben, dass innerhalb konkret angegebener Zeiträumen eine bezifferte Gewichtsreduktion herbeizuführen sei, mit einer angeblichen Regulierung des Blutzuckerspiels und mit einer Aktivierung des Stoffwechsels. Der BGH bestätigte die Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Celle.
Irreführende Versprechungen in der Werbung


Am OLG stuften die Richter nun einerseits das Versprechen einer Gewichtsreduktion innerhalb einer bestimmten Zeit als verbotene Werbung ein. Schlankheitsmittel allein führten nicht automatisch zu einer Gewichtsreduktion, sondern stellen diese allein in Aussicht. Auch reagiert jeder Körper anders. Die sichere Abnahme in der vom Unternehmen beworbenene Zeit sahen die Richter als wissenschaftlich nicht gesichert an. Daher sei die Werbung irreführend, weil sie bei den Verbrauchern einen falschen Eindruck hervorrufe.
Außerdem dürfe auch mit gesundheitsfördernder Wirkung oder der Linderung von Krankheitssymptomen bei Lebensmitteln grundsätzlich nicht geworben werden. Almased zählt als solches Nahrungsmittel. Darüber hinaus sahen die Richter auch diese Angaben als nicht hinreichend wissenschaftlich belegt an.

 

Werberecht missachtet
Zwar wurden obige Aussagen schon 2016 als verbotene Werbung eingestuft und gerichtlich utnersagt. Trotzdem fanden sie sich Anfang des Jahres 2017 diese Aussagen weiterhin auf der Webseite des Unternehmens. Nun verhängte das Landgericht Lüneburg ein Ordnungsgeld in Höhe von 50.000 Euro.

Die Richter waren der Meinung, ein möglichst hohes Schmerzensgeld verhängt zu haben, dass Almased als “Global-Player” empfindlich treffe. Verbraucherschützer bemängeln die Summe als viel zu gering. Und tatsächlich dürfte den internationalen Konzern dieses Ordnungsgeld bei einem Einkaufspreis von rund zwanzig Euro pro Dose Almased nicht allzu schwer treffen. Tja, wer schön sein will…

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Letzte Aktualisierung: 20.11.2017 - 13:55