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Jul
25
2017

Der stille Gesellschafter – die Allzweckwaffe der Unternehmensfinanzierung

Der  Unternehmer und der Investor stehen oft vor der Frage, wie eine Unternehmensfinanzierung und Gesellschaftsbeteiligung organisiert werden. Beantwortet wird die gestellte Frage mit dem Hinweis auf eine stille Beteiligung. Die stille Gesellschaft bietet einen flexiblen Vertragsrahmen und lässt sich steuerrechtlich passgenau gestalten. Aber auch wenn eine unmittelbare Beteiligung eines Mitarbeiters oder Rechtsnachfolgers als direkter Gesellschafter aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen heraus nicht in Betracht kommt, wird unterdessen bei der Unternehmensnachfolge und Mitarbeiterbeteiligung auf das Instrument der stillen Beteiligung zurückgegriffen.

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Gründe für die Vereinbarung einer stillen Beteiligung

Die stille Beteiligung wird in der Wirtschaftspraxis oft bei Mezzanine-Finanzierung zwischen Unternehmer und Investor gewählt. Sie kann einen Eigenkapitalcharakter sowie einen Fremdkapitalcharakter besitzen. Da die stille Beteiligung im Handelsregister nicht auftaucht und über keine Registerpublizität verfügt, kommt die stille Beteiligung oft zum Einsatz. Die Einflussnahme des Investors auf die Geschäftsleitung und die Gesellschafter des Unternehmens lässt sich individuell frei gestalten. Die hohe Flexibilität der stillen Gesellschaft führt zu einer hohen Popularität dieses Finanzierungsinstruments.

Kommt eine stille Beteiligung bei Kapitalgesellschaften zum Einsatz, so spricht man von einer sog. GmbH & still. Aber auch bei Personenhandelsgesellschaften kann die stille Beteiligung zu Finanzierungs- und Beteiligungszwecken genutzt werden.

Steuerlicher Charakter der stillen Beteiligung

Im Steuerrecht wird die stille Beteiligung unter der Prämisse bewertet, ob sie typisch oder atypisch ist. Bei einer atypisch stillen Gesellschaft besitzt der stille Investor eine steuerliche Mitunternehmerstellung. Bei einer typisch stillen Beteiligung verfügt er gerade über keine steuerliche Mitunternehmerstellung.

Bezwecken die Vertragsparteien eine atypisch stille Beteiligung, muss der Investor zwingend ein Mitunternehmerrisiko und eine Mitunternehmerinitiative übernehmen, was durch den Finanzierungsvertrag schriftlich sicherzustellen ist. Ein Mitunternehmerrisiko wird dann übernommen, wenn der stille Gesellschafter nicht nur am Gewinn bzw. Verlust des Unternehmers teilnimmt, sondern auch an den stillen Reserven partizipiert. Eine Mitunternehmerinitiative liegt dann vor, wenn der stille Gesellschafter ein gewisses vertragliches Standing bei seinen Einsichts- und Kontrollrechten gegenüber dem Unternehmer eingeräumt erhält. Dabei ist grundsätzlich ausreichend, dass seine gesellschaftsrechtliche Einflussmacht dem eines Kommanditisten (§§ 161 ff. HGB) entspricht.

Die hohe Flexibilität des Finanzinstruments, mit dem man diverse steuerliche Ziele erreichen, aber auch Unternehmensnachfolgen und Managementbeteiligungen organisieren kann, macht das Instrument zur Allzweckwaffe.

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Letzte Aktualisierung: 15.11.2017 - 14:56