«

»

Jan
19
2017

Die Einladung von unbekannten Gesellschaftern zur Gesellschafterversammlung

Die Wirksamkeit von Gesellschafterbeschlüssen hängt nicht allein von der ordnungsgemäßen Durchführung der Gesellschafterversammlung ab, sondern kann bereits vor der tatsächlichen Versammlung durch nicht form- und fristgemäß erforderte Einladungen gefährdet werden.

Wenngleich nicht bei jeder Versammlung alle Gesellschafter anwesend sein müssen, ist es doch zwingend erforderlich alle ordnungsgemäß einzuladen.

Maßgebend ist die (aktuelle) Gesellschafterliste

Es kann vorkommen, dass der GmbH-Geschäftsführung nicht immer alle Gesellschafter bekannt sind. Grundsätzlich müssen alle Gesellschafterwechsel im Handelsregister eingetragen werden. Wenn diese aber nicht aktualisiert wurde und so nicht mit der tatsächlichen Rechtslage übereinstimmt, steht die Geschäftsführung jedoch vor der Frage, wer zur anstehenden Gesellschafterversammlung einzuladen ist.

In aller Regel darf sich die Geschäftsführung in einem solchen Fall auf die Gesellschafterliste berufen. Im Verhältnis zur Gesellschaft hat nämlich nur diese verbindliche Wirkung. Ist ein Wechsel des Gesellschafterbestands also nicht eingetragen worden, gilt im Verhältnis zur GmbH noch immer die in der Liste eingetragene Person als Gesellschafter an den die Einladung zu richten ist.

Todesfall eines Gesellschafters kann Schwierigkeiten bereiten

Ebenso verhält es sich im Falle eines verstorbenen Gesellschafters. Solange das Versterben der Geschäftsführung nicht bekannt ist, darf sie sich auf die Gesellschafterliste berufen. Sobald der Todesfall der Gesellschaft bekannt wird, muss sie sich mit den Erben auseinandersetzen. Sofern die Erbenstellung nachgewiesen ist, ist der Erbe entsprechend der allgemeinen Regeln in die Gesellschafterliste einzutragen, woraufhin die Einladung zu einer Gesellschafterversammlung an ihn zu richten ist.

Problempotenzial ergibt sich lediglich in Fällen von unklaren Erbverhältnissen bezüglich der Gesellschafterstellung. Solange kein berechtigter Erbe ermittelt ist, muss die Einladung, je nach konkreter Situation, an Testamentsvollstrecker oder Nachlassverwalter zu richten sein.

Erst wenn der berechtigte Nachfolger bekannt ist, kann dieser in die Gesellschafterliste aufgenommen werden und wird somit richtiger Empfänger einer Einladung zur Gesellschafterversammlung.

Vorsicht ist besser als Nachsicht – Pflegen Sie die Gesellschafterliste

Um die Wirksamkeit ihrer Gesellschafterbeschlüsse nicht zu gefährden, empfiehlt sich eine sorgfältige Pflege der Gesellschafterliste. Sollten dennoch Zweifel darüber bestehen, wer alles zu einer Gesellschafterversammlung eingeladen werden muss und welche Anforderungen an diese Einladung bestehen, kann es zudem sinnvoll sein einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen.

Weitere Informationen zur Gesellschafterversammlung und Gesellschafterbeschlüssen finden Sie auf der Seite der Wirtschaftskanzleli ROSE & PARTNER: www.rosepartner.de/gesellschafterversammlung.html 

 

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.gingu.de/die-einladung-von-unbekannten-gesellschaftern-zur-gesellschafterversammlung/

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


× 5 = dreißig fünf

Letzte Aktualisierung: 15.06.2018 - 16:13