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Jan
15
2018

EU-Kommission plant neue Reform im Urheberrecht

Die EU-Kommission plant einen verbesserten Schutz Copyright-geschützter Inhalte im Internet. Der Verein Wikimedia sieht darin eine Gefahr für den „Austauschprozess von Wissen“ im Internet. Andere Stimmen dagegen begrüßen die Reformbemühungen und erhoffen sich einen verbesserten Schutz des Urheberrechts im Internet.

Wikimedia befürchtet eine „Vorzensur“ von Inhalten

Bisher sind Online-Plattformen nur verpflichtet, im Nachhinein Urheberrechtsverletzungen zu beseitigen. Dieser „nachläufige Rechtsschutz“ soll nach Vorstellung der EU-Kommission in Zukunft verbessert werden. Mittels bestimmter Filter sollen Inhalte vorab geprüft und ggf. gar nicht erst veröffentlicht werden. Wikimedia sieht in diesem Verfahren eine Art „Vorzensur“. Andere Stimmen dagegen begrüßen die Reformbemühungen und erhoffen sich damit einen besseren Schutz der Rechtsinhaber und eine Korrektur der sogenannten „Value Gap“.

Die Value Gap – Wie die Musikindustrie unter Online-Plattformen leidet

Die sogenannte Value Gap heißt sinngemäß Wertschöpfungslücke und meint das Problem, dass Online-Plattformen wie YouTube mit gezeigten Inhalten große Gewinne einfahren, während die Urheber und Rechteinhaber daran nicht oder nur begrenzt beteiligt werden.

Während Streaming-Plattformen wie Spotify und Deezer für die Nutzung ihrer Inhalte Lizenzen erwerben und so letztlich auch eine Vergütung der Urheber erreichen, berufen sich YouTube und andere Plattformen auf eine bestehende gesetzliche Lücke. Da sie selbst keine Inhalte hochladen, sondern in erster Linie ihre Nutzer, berufen sie sich auf das Haftungsprivileg der Host-Provider. Dies führt dazu, dass YouTube und andere Plattformen eine Vergütung mittels Lizensierung teilweise gänzlich verweigern bzw. eine Vergütung nur auf freiwilliger Basis entrichten.
Ziel des Reformvorschlages der EU-Kommission ist es, diese Haftungslücke zu schließen und einen umfassenden Schutz von Rechteinhabern im Internet zu gewährleisten.
Damit sind die Bedenken der Kritiker zwar nicht unbegründet, aber im Lichte des Schutzes des Urheberrechts abzuwägen.

Es bleibt abzuwarten, in welcher Form sich die neue Reform durchsetzen kann.

Weitere Informationen erhalten sie unter:

https://www.rosepartner.de/rechtsberatung/markenrecht-urheberrecht/urheberrecht.html

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Letzte Aktualisierung: 18.04.2018 - 02:17