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Dez
18
2017

Kann der Arbeitsvertrag einer Maskenbildnerin befristet werden?

Das BAG hatte kürzlich darüber zu entscheiden, ob der Arbeitsvertrag einer Maskenbildnerin befristet werden kann. Eine entscheidende Rolle dabei spielte, ob die Arbeit der Frau als künstlerische oder als rein technische Tätigkeit eingestuft wird.

Ursprünglich nur befristetes Arbeitsverhältnis

Die Maskenbildnerin hatte im Dezember 2012 einen befristeten Arbeitsvertrag bei einem Theater unterschrieben – bis zum 31.08.2014. In dem Vertrag hieß es unter anderem, dass sich das Arbeitsverhältnis dann automatisch um ein Jahr verlängern würde, wenn keine Nichtverlängerungsmitteilung ergehen würde. Eine solche Nichtverlängerungserklärung erreichte die Arbeitnehmerin dann jedoch im Juni 2013. Sie wollte die Befristung nicht hinnehmen und klagte.

Grundsätzliche Rechtsprechung des BAG

Hier spielte die grundsätzliche Rechtsprechung des BAG deshalb eine entscheidende Rolle, weil das Gericht dann eine Befristung zulässt, wenn beispielsweise der Besonderheit des Arbeitsverhältnisses Rechnung getragen werden muss. Dies kann dann der Fall sein, wenn ein entgegenstehendes Grundrecht besonders geschützt werden muss. Im Falle des Theater ist dieses die verfassungsgemäß garantierte Kunstfreiheit: Zwischen Kunstfreiheit und Schutz des Arbeitnehmers muss eine Abwägung stattfinden. Schließlich muss der Besonderheit des Theaters, das immer wieder auf sein Publikum eingehen muss, Rechnung getragen werden.

Ob eine solche Abwägung aber überhaupt stattfinden muss, hängt davon ab, ob es sich bei der ausgeübten Tätigkeit um eine künstlerische handelt.

Klägerin argumentierte, sie hätte nie künstlerisch gearbeitet

So brachte die Klägerin in diesem Falle vor, dass ihr Beruf als Maskenbildnerin, besonders in Ausübung an dem betroffenen Theater, rein technischer Natur gewesen sei. Eine Unterscheidung zwischen künstlerischer und normaler Maskenbildnerin sei mithin nicht möglich. Nur, weil in ihrem Arbeitsvertrag verklausuliert sei, dass sie „überwiegend künstlerisch tätig“ werde, heiße das nicht, dass dies auch tatsächlich der Fall sei.

Entscheidung des BAG

Das BAG schloss sich dieser Argumentation der Klägerin nicht an und entschied, dass die Tätigkeit der Maskenbildnerin hier als künstlerisch einzustufen sei. Schließlich schaffe sie Werke, in dem sie auf das Äußere der Schauspieler einwirke. Damit müsse der Besonderheit des Theaters Rechnung getragen werden und eine Befristung ihres Arbeitsverhältnisses sei zulässig.

Weiteres zum Thema Arbeitsvertrag: https://www.rosepartner.de/arbeitsrecht/arbeitsvertrag.html

 

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Letzte Aktualisierung: 13.11.2018 - 19:56