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Dez
08
2017

Wie schreibe ich ein Berliner Testament

Die beliebteste Form der letztwilligen Verfügung unter Eheleuten ist das sogenannte Berliner Testament. Dabei sichern sich die Ehepartner im Falle ihres eigenen Todes gegenseitig ab.

Wenn ein Erblasser kein Testament errichtet hat oder sonst nicht über sein Vermögen letztwillig verfügt hat, greift die gesetzliche Erbfolge. Wer nach dieser erbt, kommt auf die Zahl der Kinder und den Güterstand der Ehe an. Grundsätzlich erbt der überlebende Ehepartner jedoch die Hälfte – die Kinder erben zu gleichen Teilen.

Wer die gesetzliche Erbfolge umgehen will, muss ein Testament verfassen

Diese gesetzliche Erbfolge kann der Erblasser durch ein Testament umgehen. Zum Beispiel durch das sogenannte Berliner Testament, das er gemeinschaftlich mit seinem Ehepartner aufsetzt und in dem die Eheleute sich gegenseitig bedenken. Stirbt der erste Ehegatte, wird der überlebende Ehegatte zunächst zum Alleinerben. Die Kinder erben erst dann, wenn auch der zweite Elternteil verstirbt.

Was zur Errichtung des Testaments erforderlich ist

Um ein Berliner Testament zu schreiben, haben die Eheleute zwei Möglichkeiten. Entweder sie schreiben das Testament handschriftlich selber oder sie lassen es notariell beurkunden. Bei der handschriftlichen Variante genügt es, dass ein Teil den letzten Willen Wort für Wort schreibt und beide, möglichst unter Angabe von Ort und Datum, unterschreiben.

Ist ein solches Testament erst einmal geschrieben und haben sich die Eheleute (wie es zumeist der Fall sein wird) wechselseitig bedacht, entfaltet es eine besondere Bindungswirkung. Für den Widerruf schreibt das Gesetz strenge Voraussetzungen vor. So darf ein Widerruf zu Lebzeiten nur in notarieller Form erfolgen und muss dem anderen Ehepartner förmlich zugestellt werden. Ist einer der beiden Ehegatten tot, können im Nachhinein weder Änderung noch Widerruf erfolgen.  Der überlebende Ehepartner kann nur dann noch frei über seinen Nachlass verfügen, wenn er das Erbe ausschlägt.

Die Vorteile des Berliner Testaments

Das Berliner Testament hat den Vorteil, dass der Erblasser sich sicher sein kann, dass seine Kinder später Erben werden – der überlebende Ehepartner kann sie nicht mehr enterben.

Und auch den zurückgebliebenen Ehepartner berücksichtigt das Berliner Testament: So kann der Ehepartner als Alleinerbe beispielsweise in dem gemeinsamen Haus bleiben.

Die Nachteile des Berliner Testaments

Das Berliner Testament hat allerdings auch Nachteile. So wird es zum Beispiel dann schwierig, wenn der zweite Ehepartner den Verstorbenen lange Zeit überlebt und sich die Lebensverhältnisse sehr stark ändern -  die Kinder sich zum Beispiel ihm gegenüber möglicherweise etwaiger Verfehlungen schuldig machen. Er kann dann keine Enterbung vornehmen.

Diesem und weiteren Nachteile kann von vorneherein nur dadurch Rechnung getragen werden, dass alle Eventualitäten bestenfalls mit einem Anwalt oder Notar durchgesprochen werden und so in das Berliner Testament eingebaut werden können.

Die Risiken der Errichtung eines solchen Testaments muss jeder für sich selbst abwägen.

Mehr Informationen, wie man ein Testament wirksam schreibt, finden Sie hier: https://www.rosepartner.de/testament-schreiben.html

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Letzte Aktualisierung: 09.08.2018 - 07:09